0   +   1   =  

Bootstrapping bedeutet im konsequentesten Fall: Du startest mit nichts. Keine CoFounder. Kein Kapital. Keine Ressourcen. Nur eine Idee. Und hoffentlich den Skills, die Idee umzusetzen.

Vor allem steht Bootstrapping dafür, möglichst schnell ein Produkt zu schaffen, für das echte Kunden bereits sind soviel zu bezahlen, dass du dich – und vielleicht sogar einige andere Leute in deinem Unternehmen damit unterhalten kannst.

Wir haben ein paar Tipps zum Bootstrapping zusammen gestellt. Bist du bereit für einen echten Höllenritt? Bootstrapping ist einerseits eine Riesenherausforderung. Andererseits aber auch die größte Genugtuung, wenn du es selbst schaffst und vor allem der Weg, den du heute noch mit dem ersten Schritt beginnen kannst. Denn du brauchst eben genau das:

Nichts.

Homepage, Landingpage und Produkt-Seite mit WordPress

WordPress ist kostenlos und du kannst mit relativ wenig Know-how in Webdesign und -Entwicklung in kurzer Zeit eine ansehnliche Seite auf der Kette haben.

Keine VC reinlassen ist auch eine Lösung.

Je erfolgreicher du mit deinem Team wirst, desto eher werden Investoren anklopfen und euch unterstützen wollen. Stell dir durchaus die Frage: „Brauche ich Investoren-Gelder überhaupt? Könnt ihr möglicherweise auch weiter wachsen und 100% eurer Company halten?“ Das bedeutet auch: Volle Entscheidungsgewalt und Wachstum nach euren Vorstellungen.

Baut von Anfang eine Marke auf

Wenn ihr nicht gerade völlig konkurrenz- und wettbewerbslos an den Start gehen solltet (und wir zeigen in unserer Marktbegleiter-Serie aktuell jede Woche, dass auch das außergewöhnlichste und nischigste Business Model Wettbewerb haben kann), dann ist e seine gute Entscheidung von Anfang an, an eurem Branding zu arbeiten. Ein starkes Marken-Versprechen und -Auftritt hilft, euch vom Wettbewerb abzuheben.

Verkauft Produkte, die nichts mit eurem Produkt zu tun haben

Es muss ja nicht gleich sein, dass ihr wie Elon eine Tunnelbau-Company mit dem Verkauf von Flammenwerfern finanziert (aber es scheint gut zu funktionieren). Aber wenn ihr günstig an ein abgefahrenes Produkt kommen könnt, das ihr in eurem Markt (mit starkem Branding siehe oben) verkaufen könnt, um damit etwas Wellengang im Cash-Flow zu erzeugen: Warum nicht?

Brian Chesky von AirBnB hat beispielsweise Frühstückszerealien mit Obama und McCain drauf geklebt und im US Wahlkampf verkauft, um die Company über Wasser zu halten.

Verkauft Produkte von anderen

Ihr habt euch in einer Marktnische bereits einen kleinen Namen gemacht und erste Aufmerksamkeit erregt und Reichweite erzeugt? Sucht euch Affiliate-Programme, mit denen ihr passende Produkte an euer bestehendes Publikum verkaufen könnt.

Bietet Beratung an

Wir hatten es bereits im Artikel zur Validierung erwähnt: Wenn ihr noch kein fertiges Produkt am Start habt, aber eine Methode, einen Algorithmus, der nur darauf wartet, digitalisiert zu werden, dann könnt ihr diesen Prozess als Beratungsleistung verkaufen. Und nebenbei noch wertvolle Erfahrung mit Kunden noch sammeln.

Schreibt ein Buch

Klingt banal und größenwahnsinnig zugleich? Mag sein. Aber wenn ihr Experten in eurer Nische seid, dann bringt dieses Wissen zwsichen zwei ondemand geprinteten Buchdeckeln unter die Leute. Ihr positioniert euch damit als Experten, macht euch ansprechbar für Journalisten, könnt für Vorträge gebucht werden und neben der Speaker-Gage auch zusätzliche Reichweite erzeugen und euer Netzwerk ausbauen.

Sprecht auf Konferenzen

Speaking of speaking: Konferenzen suchen immer wieder nach Experten für Fachvorträge. Und Startups, die auf Bleeding Edge Technologie unterwegs sind, werden gern durchaus genommen, auch wenn euch noch keiner kennt.  Ihr seid halt ’nen Startup.

Stellt Branchen-Content zusammen

Erinnert ihr euch noch an unsere WordPress Empfehlung am Anfang dieses Artikels? WordPress bietet eine großartige Blog-Funktionalität – nutzt sie! Und bloggt über alles, was eure Branche bewegen könnte. Tragt neue Themen von außen in eure Branche. Denkt öffentlich nach und lasst euch beim Lernen zusehen. Dokumentiert eure Arbeit und liefert Inspirationen und seit Vordenker. So werdet ihr auch ohne fertiges Produkt bekannter.

Stellt Branchen-News oder Events zusammen, um alle Beteiligten regelmäßig auf euch und eure Dienstleitung des Content Kuratierens hinzuweisen. Machen wir hier übrigens mit unseren What’s up Event-Posting und den Wrap-up Wochen-News ganz genauso.

Veranstaltet Meetups, Events, Stammtische

Ein Treffen von Gleichgesinnten ist schnell organisiert und in der Regel verdoppeln sich die Gäste mit jedem neuen Termin von selbst, wenn ihr ein wenig PR für euer Event macht. Wichtig ist, dass ihr offen für Interessierte außerhalb eures Themas seid. Denn das könnten neue Kunden sein.

Verkauft Branchen-Insights

Durch Validierung, Marktforschung, Daten sammeln und analysieren erlangt ihr Wissen und Erkenntnisse, die sich möglicherweise in den betreffenden Branchen gut als Studien, Reports oder Data-Sets verkaufen lassen.

Nutzt Validierungs-Gespräche als Sales-Leads

Wie ihr eure Gespräche mit Brancheninsidern und potenziellen Kunden-Experten als unterschwellige Verkaufsoption nutzen könnt, haben wir vor kurzem als eigenen Artikel verpackt.

Baut euch eine Reichweite – ein Publikum auf

Bootstrappen heißt: Mit keinem oder wenig Geld starten. Es heißt nicht: Nicht hart arbeiten.

Im Gegenteil. Alles was andere mit Geld bezahlen können, müsst ihr mit Hustle, Hacks und Shortcuts selber erreichen. Viele der oben genannten Tipps haben zum Ziel, euch ein Publikum aufzubauen. In den verschiedensten Kanälen:

  • E-Mail Liste
  • Blog Abonnenten
  • YouTube Subs
  • Facebook Likes
  • Instagram Abos

und so weiter. So lange ihr kein Produkt für den Verkauf habt, solltet ihr jede freie Minute, die nicht ins Produkt fließt darin investieren, eure Reichweite aufzubauen und Aufmerksamkeit der potenziellen Kunden zu erreichen. Damit ihr direkt auf sie bauen könnt, wenn ihr sales-ready seid.

Bootstrapping ist wie eine Seed-Runde an euch selber

Nur, dass ihr euch kein Geld zahlt, sondern Zeit investiert. Manchmal Jahre, die ihr nicht in eine Corporate Karriere investieren könnt.

Aber:

Bootstrapping liegt auch auf einer spannenden Schnittmenge zwischen dem Freelancer, der ständig neue Aufträge suchen muss und dem getriebenen Startup mit VC-Backing.