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Als Startup habt ihr eine einzigartige Möglichkeit: Ihr fang auf einem weißen Blatt Papier an. Euer Arbeitsprozess, die Entstehung eures Produktes, eure Unternehmenskultur, Eure Werkzeuge und Methoden und natürlich die Menschen im Team und bei euren Kunden: All das bietet unendliche viele Möglichkeiten für interessanten Content, der Spaß macht zu produzieren und die richtigen Kunden anzieht.

Doch: Wie könnt ihr euch eine Content Strategie zu bauen?

Warum überhaupt? Content ist Benzin für euren Erfolg

Einfach gesagt: Der richtige Content zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle bringt (potenzielle) Kunden näher an eine Entscheidung für euch und euer Produkt heran.

Die 5 wichtigsten Attribute, die euer Content für eure Kunden haben sollte sind:

  • Relevant
  • Rechtzeitig
  • Wertvoll
  • Unterhaltsam
  • Nützlich

Wie ihr das hinkriegt finden wir nun nach und nach in möglichst kurzen Schritten heraus.

1. Relevant: Ihr müsst wissen, wen ihr erreichen wollt.

Kleine Fußballmetapher: Ein Stürmer, der nicht weiß, wo das Tor steht, wird kein einziges schießen.

Darum solltet ihr so genau wie möglich heraus finden, wer euer Zielpublikum ist. Lernt diese Menschen in und auswendig kennen:

  • Wie alt sind sie?
  • Wo leben sie?
  • Was arbeiten sie wo?
  • Welche Ausbildung haben sie?
  • Was denken und fühlen sie?
  • Welche Persönlichkeit und Haltung haben sie?

Baut daraus eure Buyer-Personas. Warum? Weil sie die komplexen Daten in eine anfassbare Geschichte aus wenigen Sätzen komprimieren. Ihr müsst von euren Personas „Nils“ und „Sabrina“ sprechen, als sitzen sie gerade mit euch im Meeting-Raum.

Und dann: Seht die Welt aus Ihren Augen:

  • Was wissen die Leute schon?
  • Was beschäftigt sie im Business-Alltag?
  • Worauf legen sie Wert?
  • Wo und wie informieren sie sich?
  • Welche Probleme bereiten ihnen fast schon physische Schmerzen?
  • Welche Fragen haben sie?
  • Was sollen sie tun, wenn sie euren Content gelesen, gesehen, gehört haben?

2. Rechtzeitig: Plant euren Content bevor ihr ihn produziert

Ein und derselbe Kerninhalt wird je nach Position in der Customer Journey anders für eure Kunden aufbereitet. In welcher Phase wollt ihr Menschen erreichen:

  1. Aufmerksamkeit / frühes Interesse
  2. Inbetrachtziehen und eine Beziehung aufbauen
  3. (Kauf)-Entscheidung treffen
  4. Bewertung der Entscheidung, weitere Käufe
  5. Empfehlung

Fragt Euch:
Welche Informationen, Anstöße und Inspirationen benötigen Kunden an den unterschiedlichen Punkten, um zum nächsten Schritt über zu gehen?

Das ist gemeint mit: Die Kernaussage wird anders aufbereitet.

3. Nützlich: Welches Problem löst ihr?

Klar. Ihr wollte Chefs, CEOs und Entscheider erreichen und dazu bringen, bei euch zu kaufen.

Aber ihr kommt nicht einfach an sie heran. Ein kurzes Beispiel aus einer perfekten Welt, wie es doch klappen könnte:

Ein Praktikant stößt in eurem Insta-Feed auf einen Content-Snack, der darauf hindeutet, ihr könnt ihm bei seiner Aufgabe helfen: „Finde Anbieter für Produkt XY“. Darüber kommt er auf ein Whitepaper, das er an seinen Auftraggeber, den Marketing-Manager weiter gibt.

Marketing-Manager liest das Whitepaper und lernt so euer Produkt kennen, das sein Problem auf eine ganz neue Art und Weise löst. Außerdem lernt er noch etwas über diese bleeding Edge Technologie, über die alle reden und kann sich im nächsten Meeting mit den Führungskräften profilieren. Er schickt ein 2 minütiges YouTube Video als Executive Summary an seinen CMO.

CMO schaut das Video, versteht sofort, wo der Benefit für euren Kunden liegt und schaut auf eurer Webseite nach den Preisen. Das Angebot für die 3 Monate Test liegen im Budget.

Nach kurzer Klärung der letzten techischen Fragen über ein Support-Ticket mit dem Marketing-Manager habt ihr einen neuen zahlenden Kunden.

4. Unterhaltsam: Da! Ein Einhorn!

Ok, das mit dem unterhaltsam sein auf Kommando funktioniert nicht immer gleich hundert prozentig. Und es ist letzten Endes auch nur die Creme on Top. Außer ihr seid in der Entertainment-Branche am Start.

Doch auch wenn ihr das trockenste Produkt für Controller und Buchhalter verkauft: Content, der zu allen anderen Attributen auch noch (für die Zielpersonas passend) unterhaltsam ist, setzt sich mit ziemlicher Sicherheit nach oben ab.

5. Wertvoll: Er muss eure Kunden erfolgreicher und besser machen

Die Steigerung von nützlich. Vom konkreten Doing geht es jetzt auf die Meta-Ebene: The Extra-Mile und noch einige Schritte weiter gedacht als nur das konkrete Problem zu lösen.

Seht voraus, was das nächste Problem für eure Kunden sein wird und deutet an, auch darauf eine Antwort zu wissen.

Lasst eure Kunden gut aussehen! Vor ihren Mitarbeitern, vor ihren Chefs und wenn es geht auch vor ihren Familien und Freunden.

Geht auf Feedback und Fragen ein und nutzt sie um noch mehr, noch mehr zielgerichteten Content für eure Kunden zu produzieren.

Seid zuverlässig, immer da und leicht zugänglich.

Übrigens: Ohne Content bringt euch Social Media gar nichts

Klar könnt ihr euch eine massive Follower-Zahl in diversen Social Channels aufbauen. Entweder durch regelmäßiges teilen und wieder verwerten von Inhalten anderer.

Doch wenn ihr Social Media neben Kommunikation auch dafür nutzen wollt, um Menschen dort draußen zu Kunden zu machen, dann müsst ihr ihnen im richtigen Kanal die richtigen Inhalte zur richtigen Zeit bieten. Und. UND: Sie im richtigen Mindset erwischen.

Deswegen darf Content nicht 1 zu 1 in alle verschiedenen Kanäle geC&Ped werden:

  • Facebook ist dazu da, um sich mit Freunden auszutauschen
  • YouTube für praktische Information, die sich nicht in Text ausdrücken lässt
  • Twitter für den Austausch und Diskussion mit Experten und Multiplikatoren
  • Instagram Stories für einen Einblick in euren Alltag
  • Instagram Feed zeig mit entsprechenden Bildern eure eigene Ästhetik und lässt euch die Leute entdecken

Das sind nur einige wenige Beispiele für die verschiedenen Mindsets, mit denen Menschen in Social Media unterwegs sind. In eurem speziellen Fall kann es anders sein. Findet es heraus!

Behaltet immer euer Ziel im Auge!

Was immer es auch ist: Kontrolliert ständig, ob ihr diesem Ziel mit euren Inhalten näher kommt. Am besten wöchentlich.

Macht euch euer Ziel dabei nicht zu kompliziert. Zu Anfang kann das Ziel sein:

Leads erzeugen.

Wenn ihr erste Erfolge erreicht habt, erhöht ihr die Leads aber fügt ein zweites Ziel hinzu:

Abschlüsse machen.

Wenn ihr betriebswirtschfftlich richtig durchdrehen wollt, legt ihr dann noch einen nach:

Gewinn maximieren.

Übrigens:
Vermeidet falsche Ziele.
In 4 Wochen 10.000 Instagram-Follower erreichen ist ein SMARTes Ziel, wie es in der Wikipedia-Definition steht. Die Wahrscheinlichkeit, dass 10.000 Subs euch eurem Ziel der Gewinn Maximierung näher bringen ist aber unter Umständen mehr als gering.

Experimentiert und habt Spaß!

Lasst uns wissen, welche Inhalte ihr für euer Startup produziert. Wir teilen gerne was passt und geben euch Feedback.

Artikelbild: rawpixel on Unsplash