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Eigentlich hast du alles richtig gemacht: Du bist all-in gegangen. Arbeitest Fulltime für dein Startup. Hast ein Team aufgebaut und ein Mega MVP. Ihr habt gelauncht und erste zahlende Beta-Kunden aus eurem Umfeld am Start und eigentlich positive Investorengespräche geführt. Ihr steht kurz vor dem großen Launch.

Und trotzdem hast du das Gefühl, es könnte etwas schief gehen.

Einige mögliche „Fail-Stricke“ kannst Du mit diesen Fragen herausfinden:

  • Ihr löst zwar ein Problem mit eurem Produkt, aber es ist nicht das Problem, für das Kunden bereit sind zu zahlen?
  • Stimmt euer Pricing noch? Sowohl für eure Ausgaben als auch für den Markt?
  • Hat sich der Bedarf in eurem Markt in der Zwischenzeit verändert, ohne dass ihr es seit der ersten Validierung bemerkt habt?
  • Im Laufe der Zeit habt ihr euer Produkt zu sehr verwässert, sodass ihr keine klare Zielgruppe mehr ansprecht?
  • Ihr habt zu viel Zeit in die falschen KPI investiert?

Für viele potenzielle Hürden und Probleme gibt es bereits Lösungen, die Du bei Mentoren, in Büchern oder Startup-Artikeln finden kannst.

Dann gibt es aber die wirklich interessanten, harten Nüsse, die ganz individuell sind. An die du dich mit deinem Team selber ranrobben und knacken musst.

That’s what Startups are all about.

Was kannst du tun?

Lerne von den bestehenden Kunden: Ein erster Schritt kann sein, tiefer in eure (hoffentlich) vorhandenen Daten zu tauchen und das Kundenverhalten zu untersuchen. Was tun eure Nutzer wann, wie und warum? Was hält sie ab? Aus den Daten der gesamten Nutzer könnt ihr schon viel ablesen. Die Thesen, die ihr dabei aufstellt, solltet ihr möglichst mit Kundenbefragungen weiter validieren.

Was kann dein Team: Sind alle Leute im Team wirklich nach ihren Stärken und Talenten eingesetzt oder arbeiten sie alle als einzelne Feuerwehrleute, an den kleinen und großen Feuern, die gerade gelöscht werden müssen, auch wenn sie vielleicht nicht wissen, wie sie den Schlauch halten sollen? Bist möglicherweise sogar du an Aufgaben dran, die andere im Team besser erledigen könnten?

Frischer Input von außen kann helfen: Möglicherweise fehlen eurem Team noch wichtige Skills oder Know-how, dass ihr zeitnah dazu holen solltet: Durch neue Leute, schnelle Weiterbildung oder andere Mentoren, mit dem benötigten Fachwissen oder Erfahrungen. Das kann auch bedeuten, dass ihr euch möglicherweise von Leuten aus dem Team trennen müsst, die nicht die passenden Voraussetzungen für ihre Aufgabe haben.

Welcher Schritt macht dir am meisten Angst: Es gibt manchmal Entscheidungen, die man wochen- oder monatelang vor sich her schiebt. Von denen du weißt, dass du sie treffen musst, aber die du nicht treffen willst. Möglicherweise ist nun genau der richtige Zeitpunkt gekommen, diese Entscheidung in den Fokus zu stellen und aktiv zu bearbeiten. Das kann die oben genannte Trennung von Leuten aus dem sein. Das kann bedeuten, dass du einen wichtigen Entwicklungsschritt machen musst und stärker in den Vordergrund trittst oder: Den Weg für jemand anderen frei machst, die Repräsentation der Company nach außen zu übernehmen.

Oder auch finally:

Das Geschäftsmodell ändern: Ein Pivot ist keine Schande, sondern kann den Durchbruch für ein Startup bedeuten. Ihr habt in den vergangen Wochen oder Monaten mega viel über euren Markt und eure Kunden gelernt. Vielleicht habt ihr auch gelernt, was das eigentliche Problem ist, das Kunden gelöst haben wollen (und bereit wären, dafür zu bezahlen). Dann kann es der einzig richtige Schritt sein, euer bisheriges Business Modell zu kippen und euch darauf zu konzentrieren, was eure Kunden euch als klaren Bedarf signalisieren.

Der wichtigste Punkt ist aber immer:

Don’t take it personally!

Versucht nicht einen persönlichen Fehler zu finden, der euch runterzieht. Vielmehr geht es darum, objektiv zu sehen: Hier können wir etwas ändern, um aus dem, was wir bisher gelernt haben, einen Erfolg zu machen. Dafür gehört es dazu, Fehler zu machen und aus ihnen wertvolle Erkenntnisse zu ziehen.

Artikelbild: Kaeyla McGee on Unsplash